Mise en abyme

"Aber kaum jemand schien zu wissen,

daß die Natur, die Mutter aller Dinge,

schon bald nicht mehr mitmachen würde

und das Ende der verfaulten Zeiten

sehr nahe war, und diesmal endgültig."

"Versatzstücke der Kultur und Natur und deren Beobachtungen zeigen sich hier als Material einer gewaltigen Bildrealität, die scheinbar nach den Grundstrukturen der uns umgebenden Wirklichkeiten fragt. Es sind nicht nur lose Fragmente aus Wissenschaften und anderen Konzepten des Weltbezuges, die in einem ständigen Widerspruch zu sich selbst begriffen sind, sondern vor allem auch deren Illusionen und Utopien. Es ist ein spekulativer Versuch zu Repräsentieren, was noch nicht stattgefunden hat, ein diesseits im jenseits, die reale Erfahrung der Fiktion. Wie ein kosmischer Garten erinnern die Installationen von Stella Förster in ihrer Fülle an die Gärten des Mittelalters, die als Sinnbild des Paradieses verstanden wurden. Ihr Bild verweist jedoch nicht nur auf diese, sondern mehr noch unmittelbar auf deren unaufhaltsamen Zerfall. In Formation schwer genießbarer Süßlichkeit zeigen sich morbide Abgründe einer vom Menschen gemachten Welt. Vorstellungen und Bedeutungen, die sich mit dem Material verbinden ließen, werden verdichtet, prismatisch gebrochen und werden zu Zeichen ihrer selbst. Zu groß ist der glaube an Übersicht, der hier in sich zusammenfällt. In dieser Irreversiblen, sich bis in die kleinsten sichtbaren Zellen und ebenen fortsetzenden vervielfältigten ästhetischen Struktur zeichnet sich vage ein Weltbild ab, das sich scheinbar an die Korrelation dialektischer Pole gebunden sieht und so Erfüllung und Erkenntnis verspricht. dieses Bildbegehren jedoch, als Ausloten der extreme, das sich im manischen Akt permanenter Wiederholungen und Schichtungen selbst entleert, erlischt schließlich in der Auflösung von Gewissheit und Klarheit, von Logik und rationaler Ordnung in Sprachlosigkeit, in deren Zentrum der Betrachter nur noch sich selbst vermuten kann."     

     

Stella von Rohden